Fahrsicherheits-Tipps für Cobra-Fahrer

... oder was es alles zu beachten gibt.

Für Cobra-Fahrer ist das Autofahren schon immer mehr gewesen als nur eine Form der Fortbewegung.

Auf einer gewundenen Passstrasse etwa - strahlende Sonne, weit und breit kein Auto - wird das Fahren in einer Cobra zum echten Erlebnis. Was aber, wenn es wie aus Kübeln schüttet? Bekanntlich hält eine solche Situation den mit allen Wassern gewaschenen Cobra-Fahrer nicht von seinem Fahrziel ab. Oder wenn - was wir niemandem jemals wünschen - bei voller Fahrt mitten auf der Autobahn der Reifen platzt? Da schmilzt der Spassfaktor schnell einmal wie Schnee an der Sonne. Und von Fahrvergnügen kann keine Rede mehr sein. Wer aber weiss, wie er in Notfällen reagieren muss, bewahrt selbst in gefährlichsten Situationen einen kühlen Kopf und handelt umsichtig. Nachfolgend geben wir Dir einige hilfreiche Tipps, wie Du Deinen Fahrstil optimieren kannst - von der richtigen Sitzposition bis hin zur Fahrzeugbeherrschung in heiklen Situationen.

Die Sitzposition.

Einstellen des Sitzes: Sitzt Du bequem? Wie schön - aber die korrekte Sitzhaltung hat nicht allein mit Komfort zu tun. Wenn Du richtig sitzt, hast Du stets die volle Kontrolle über Dein Fahrzeug. Wer sich zu weit oder zu nah vom Lenkrad und den Pedalen entfernt platziert, kann sie nur mit Mühe bedienen. Stelle also nach dem Einstiegen zunächst einmal Deine Füsse auf die Pedale. Deine Beine sollten bei durchgetretener Kupplung bzw. Bremse leicht angewinkelt sein, die Oberschenkel auf dem Sitz aufliegen und der Rücken fest an der Lehne anliegen. Wenn Du dann Deine Handgelenke auf die Oberkante des Lenkrads legen kannst, befindest Du Dich in der korrekten Sitzposition. Also: gerader Rücken, gebeugte Ellbogen und angewinkelte Knie.

Sicherheitsgurte: Die Gurte, falls vorhanden, müssen stets gut an Hüfte und Schulter anliegen. Ziehe den Gurt, nach dem Einrasten richtig fest - das ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer.

Die Reifen.

Druck. Die Reifen sind Deine einzige Verbindung zur Strasse - das Handling und insbesondere die Bodenhaftung hängen von ihnen ab. Halte Dich deshalb stets an den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck. Zu wenig gefährdet nicht nur Deine Sicherheit, sondern belastet auch den Geldbeutel: 0,1 bar weniger als der angegebene Druck erhöhen auch den Benzinverbrauch um etwa 0,3 Liter auf 100 km. Prüfe auch den Druck des Reserverades (falls vorhanden) regelmässig und führe immer einen Wagenheber und Reifendichtmittel (FAST o.ä.) mit.

Zustand. Den Zustand der Reifen kannst Du einfach überprüfen: Reifen mit zu hohem Druck zeigen in der Mitte der Lauffläche eine stärkere Abnutzung. Ist der Druck zu niedrig, sind sie an den Rändern stärker abgefahren. Eine ungleichmässige Abnutzung deutet auf Probleme mit der Spur hin - fahre gleich in die Werkstatt. Gute Reifen mit korrektem Luftdruck nutzen sich gleichmässig ab und zeigen eine gute Bodenhaftung.

Die Vollbremsung.

Abstand halten. Wir alle glauben, auf unerwartete Verkehrssituationen mit Lichtgeschwindigkeit reagieren zu können. Leider aber vergeht zwischen dem eigentlichen Erkennen einer Gefahr, der Verarbeitung durch das Gehirn und der physischen Reaktion geraume Zeit. Halte deshalb Abstand zum Vordermann - mindestens drei Sekunden (ohne ABS etwas mehr). Ist man näher dran, fährt man unweigerlich auf das Fahrzeug vor einem auf, ganz egal wie gut die Bremsen sind. Den Abstand misst Du am besten so: Zähle die Sekunden zwischen dem Augenblick, in dem das vor Dir fahrende Fahrzeug an einem bestimmten Objekt (Baum, Strassenlaterne, etc.) vorbeifährt, und dem Moment, in dem Du das von Dir ausgewählte Objekt selbst passierst („21, 22, 23, ...“).

Das Überholen.

Auf Landstrassen. Achte beim Überholen stets auf den nachfolgenden Verkehr (Blick in Rück- und Seitenspiegel) und drehe Dich auch kurz um, damit Du den toten Winkel links hinter Dir erfassen kannst. Besondere Vorsicht ist geboten bei einer rechtsgesteuerten Cobra (hier hat der Beifahrer diese wichtige Funktion zu übernehmen). Blinke vor dem Spurwechsel und bleibe so kurz wie möglich auf der linken Fahrspur. Zu schnelles Wiedereinscheren ist allerdings auch falsch. Viele neigen dazu, wieder auf die rechte Spur zu ziehen, sobald sie das überholte Fahrzeug im Seitenspiegel sehen. Warte aber so lange, bis es im Innenrückspiegel auftaucht. Nur dann hast Du genügend Abstand zwischen Dir und dem überholten Fahrzeug.

Auf Autobahnen. Das Überholen auf Autobahnen ist einfacher, denn es stehen mehrere Fahrspuren zur Verfügung und man braucht nicht auf den entgegenkommenden Verkehr aufzupassen. Dafür ist es umso wichtiger, in den Rückspiegel zu sehen und auf den toten Winkel zu achten, denn die Geschwindigkeit der nachfolgenden Fahrzeuge ist weitaus schwerer einzuschätzen. Der winzige Fleck am Horizont hinter Dir entwickelt sich oft bedrohlich schnell zu einem Fahrzeug direkt hinter Deiner Stosstange.

Das Schleudern.

Die Ursachen. Das Fahrzeug bricht aus, wenn man schneller fährt, als der Strassenzustand es erlaubt. In einer solchen Situation gerät man leicht in Panik. Wer aber genau weiss, was zu tun ist, kann seinen Wagen schnell wieder in den Griff bekommen. Am besten lässt man es erst gar nicht so weit kommen und reduziert die Geschwindigkeit schon vor einer Kurve. Sicherheitshalber sollte man jedoch mit seinem Auto ein Fahrsicherheitstraining machen, bei dem man lernt, wie sich das Fahrzeug in bestimmten (Grenz-)Situationen verhält.

Übersteuern. Wenn Du zu schnell in eine Kurve fährst und die Hinterräder die Haftung verlieren, bricht das Fahrzeug aus - man nennt das auch Übersteuern. Wenn Du merkst, dass das Fahrzeug ausbricht, gehe vom Gas, tritt die Kupplung und lenke gegen, also in die Richtung, in die das Heck ausbricht. Das heisst, wenn das Heck nach links ausbricht, lenke solange nach links, bis Du merkst, dass das Heck wieder gerade ist. Ist es wieder gerade, muss auch die Lenkung wieder in die Geradeaus-Position zurückgenommen werden. Bei einer Cobra mit Automatikgetriebe musst Du lediglich den Fuss vom Gas nehmen und gegenlenken.

Untersteuern. Fährt man mit zu hoher Eingangsgeschwindigkeit oder zu starkem Lenkeinschlag in eine Kurve, schiebt das Fahrzeug über die Vorderachse. Gehe in einer solchen Situation auf jeden Fall vom Gas. Behalte den Lenkeinschlag bei oder nimm ihn gegebenenfalls etwas zurück, damit die Reifen der Vorderachse wieder Seitenführungskräfte aufbauen können. Bei sehr glatter Fahrbahn kann es angebracht sein, zusätzlich die Kupplung zu treten.

Aquaplaning

Die Ursachen. Aquaplaning tritt auf, wenn die Räder die Bodenhaftung verlieren, weil man mit hoher Geschwindigkeit auf stehendes Wasser fährt. Die Cobra gleitet dann unkontrollierbar auf der Wasseroberfläche entlang. Sie hat keinerlei Kontakt mehr zum Belag und kann weder gebremst noch gesteuert werden. Es hat also überhaupt keinen Zweck, aus der Wasserlache herausfahren zu wollen, da man einfach schnurstracks geradeaus weiterrutscht. Natürlich ist auch bei nasser Strassenoberfläche und der Gefahr von Aquaplaning vorausschauendes Fahren der beste Tipp, und wenn es geht, sollte man Pfützen vermeiden und relativ trockene Stellen auf dem Asphalt wählen. Doch das ist natürlich oft leichter gesagt als getan. Was also ist im Ernstfall zu tun? Sobald man vor sich auf der Strasse stehendes Wasser sieht oder sogar schon ein leichtes Flattern in der Lenkung spürt, sollte man sofort den Fuss vom Gas nehmen. Trete die Kupplung und halte die Lenkung auf jeden Fall ruhig und bestimmt.

Reifenplatzer

Die Ursachen. Die häufigste Ursache für einen geplatzten Reifen ist ein kleines Loch, das unbemerkt bleibt. In der Regel erhitzt sich ein Laufrad auf rund 60°C. Bei einem Druckabfall allerdings kann die Temperatur bis auf 125°C steigen. Dann verändert sich die Festigkeit des Gummis und der Reifen platzt. Was tun? Richtig gefährlich ist ein geplatzter Reifen nur, wenn man in Panik gerät und voll auf die Bremsen tritt. Denn dann sind Auffahrunfälle vorprogrammiert. Doch man kann auch mit kaputtem Reifen weiterfahren und das Fahrzeug langsam ausrollen lassen. Gehe dafür einfach vom Gas und vermeide hastige Lenkbewegungen. Du solltest auch auf keinen Fall abrupt bremsen, sondern das Fahrzeug behutsam auf den Pannenstreifen lenken. Achte auf andere Verkehrsteilnehmer, die vielleicht gar nicht bemerkt haben, dass Du Probleme hast. Mit geplatztem Reifen kommst Du bei 50 km/h noch gut und gerne zwei Kilometer weit, in langsamerem Tempo sogar noch weiter. Übrigens: Die Felge wird bei einem geplatzten Reifen nur selten in Mitleidenschaft gezogen - Du kannst also später meist wieder einen neuen Reifen aufziehen.

Trainiere den Ernstfall!

Bei einem Fahrsicherheitstraining lernst Du, Deine Cobra in alltäglich auftretenden Gefahrensituationen perfekt zu beherrschen. Um den grösstmöglichen Lernerfolg zu erzielen, werden die Fahrtrainings ausschliesslich auf Strecken moderner Fahrsicherheitszentren durchgeführt, wie beispielsweise Veltheim oder Stockental. Mittels ausgefeilter Technik und speziell präparierter Fahrbahnbeläge werden Gefahrenmomente wie Glätte, Aquaplaning oder plötzlich auftretende Hindernisse simuliert und zum Beispiel Ausweichmanöver, Vollbremsungen, Slalomfahrten und kontrolliertes Abfangen eines schleudernden Fahrzeuges trainiert.

Hier noch die entsprechenden Links: www.vsz-veltheim.ch und www.tcs.ch.

Der Cobra Owners’ Club Switzerland wünscht Euch allen weiterhin eine sichere und unfallfreie Fahrt.